Süssstoffe: Freunde oder Feinde?

Das Verlangen nach Süssem ist dem Mensch offenbar angeboren. Die Suche nach dem Geschmack „süss" ist bei Menschen mit Bewegungsarmut und Verlust der Kontrolle über die Nahrungsaufnahme deutlich häufiger als bei Menschen, die sich viel bewegen. Mit Bewegung und richtiger Ernährung kann man dieses Verlagen dämpfen und sogar „abtrainieren“. Die Gewohnheit spielt dabei eine entscheidende Rolle. 

Bei Nahrungsmitteln mit reduziertem Fettgehalt ist eine gewisse Süsse wichtig für die Akzeptanz im Gehirn. Der volle Verzicht auf gesüsste Getränke in der Praxis ebenfalls kaum möglich.

Hier kommen unter anderem Süssstoffe ins Spiel. Die süssstoffhaltige Getränke bieten eine kalorienlose Alternative, mit der eine Gewichtszunahme verhindert werden kann. 

 

Sind diese Süssstoffe schädlich? 

 

Wenn wir von Süssstoffen reden, hört man oft von so genanntem ADI-Wert. Der ADI-Wert (Acceptable Daily Intake, akzeptable tägliche Aufnahmemenge) ist die Menge einer Substanz, die ohne Gesundheitsrisiko lebenslang täglich aufgenommen werden kann. 

 

Nehmen wir ein Süssstoff-Klassiker Aspartam. Aspartam besteht aus 2 Aminosäuren, die auch in proteinreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Milch oder Eier in enthalten und werden von dem Körper ganz normal aufgenommen, wie auch alle andere Eiweiss-Bausteine. 

 

Für Aspartam zum Beispiel beträgt der ADI-Wert 40mg/kg Körpergewicht. Um auf diese Menge zu kommen, müsste eine Person von 60kg jeden Tag 280 Süssstofftabletten oder 12 bis 13 Dosen eines Light-Getränks à 0,33l konsumieren.

 

Hier ist die Stellungnahme der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA:

„Unerwünschte Nebenwirkungen von Süssstoffen konnten unter den derzeit verwendeten Mengen in Lebensmitteln nicht bestätigt werden, da auch bei häufigem bzw. hohem Konsum keine Überschreitung des ADI zu erwarten sind.

 

 

Es gibt Personen, die Zero-Getränke konsumieren und trotzdem Übergewichtig bleiben. Es liegt oft daran, dass die nach wie vor viel zu viel Zucker aus anderen Quellen konsumieren. Das „gute Gewissen“ könnte die dazu sogar verleiten, mehr zu essen.